18.12.2020

Bodo Sikora – 40 Jahre Hotellerie und kein Ende geplant

Ein Interview mit dem Area Vice President

Bodo Sikora und Angela Merkel, Berlin Mark Hotel | © Bodo Sikora, GCH Hotel Group

Inspiration im Kleinen und im Großen: über Kellner von damals und Kanzlerinnen von heute

Seine Ausbildung zum Hotelfachmann im Hotel Stadt Berlin in Herford ist mittlerweile fast 40 Jahre her: Trotzdem ist Bodo Sikora seiner Leidenschaft, der Hotellerie, immer treu geblieben. Seit der Unternehmensgründung 2004 ist er für die GCH Hotel Group tätig, zurzeit als Area Vice President Region North & Berlin.

Sikora erinnert sich noch gut an den Auslöser, der ihn dazu inspirierte, Hotelfachmann zu werden: „Ich war damals noch in der Schule und wir gingen mit meinen Eltern in Gütersloh fein essen. An diesem Abend wurden wir von einem Kellner bedient, der unglaublich viel Freude ausstrahlte, bei dem, was er tat. Seit dem hatte ich den Wunsch, wenn das so viel Spaß macht, dann wird es das sein, was ich mein Leben lang machen möchte.“ Diese Freude an der Arbeit in der Hotellerie hat er immer beibehalten und denkt dabei gerne an manche emotionale Highlights zurück: „Wenn ich ein Hotel betrete, öffnet sich für mich eine andere Welt und genau dort fühle ich mich wohl und habe Spaß an meiner Arbeit.  Viele Persönlichkeiten sind mir auf meinem Weg begegnet, Künstler, Stars und Politiker. Eine meiner liebsten Erinnerungen betrifft eine junge und kämpferische Oppositionsführerin: in meiner Zeit als Direktor im Berlin Mark Hotel war der große Frühstücksraum von der Berliner CDU gebucht. Als Gastrednerin war die damalige Oppositionsführerin eingeladen, Angela Merkel. Ich durfte sie begrüßen und hatte auch die Gelegenheit eine Weile mit ihr zu sprechen. Schon damals eine bemerkenswerte Frau.“
 

Auf allen Ebenen verbunden: über Vorgesetzte und Kollegen|innen

Ebenfalls gerne blickt Bodo Sikora auf seine Mentoren und seine Lieblingskollegin zurück: „1985 kam ich zum Excelsior Hotel Berlin. Dort war Horst Lindenbeck Direktor und ich glaube schon sagen zu können, dass er mein Mentor war. Er brachte mich vom Excelsior Hotel Berlin zum Berlin Mark Hotel, wo meine eigentliche berufliche Entwicklung stattfand. Ebenso fasziniert hat mich aber auch Shmuel Mayo, einer der führenden Köpfe unseres Unternehmens. Mit seiner Führungsstärke haben wir es 2008 geschafft, die Lehman Brothers-Insolvenz zu überstehen und das Unternehmen durch die Klippen zu steuern. Diese positiven Eindrücke von Führungsstärke wollte dann auch ich als Direktor im Berlin Mark Hotel an die Mitarbeiter weitergeben. Frau Schumann-Dimsky habe ich vor über 20 Jahren für unser Unternehmen im Berlin Mark Hotel als Empfangssekretärin eingestellt. Sie hat mich schon immer mit Ihrer Kraft, ihrem Engagement und ihrer Klarheit in der Analyse beeindruckt. Sie wurde Reservierungsleiterin, stellvertretene Direktorin und danach Direktorin im Berlin Mark Hotel. Heute ist Frau Schumann-Dimsky Leiterin der Revenue Abteilung der Region Berlin bei der GCH Hotel Group und ich bin außerordentlich stolz auf das, was sie alles schon geleistet hat.“
 

Fortschritt statt Stillstand: die Reflektion zeigt, dass man sich nicht nur technisch, sondern auch menschlich stets weiterentwickeln muss

Neben vielen positiven Momenten erinnert sich Sikora aber auch an seinen Start in der Hotellerie und die Herausforderungen über die vielen Jahre. „Ich gehöre zu den geburtenstarken Jahrgängen Ende der 1950er und auf meine Ausbildungsstelle hatte der damalige Eigentümer über 50 Bewerbungen. Das Reservierungssystem hieß noch Bleistift und Radiergummi und war ein Reservierungsbuch, in das wir händisch die Reservierungen eintragen mussten. Über die Jahre ersetzten dies eine NCR mit Saldenkontrolle, ein Nixdorf 8862, dann Fidelio und Opera. Ich weiß noch, dass wir im Berlin Mark Hotel am Anfang noch ein sogenanntes Whitney Rack hatten. Mit dem macht man eine manuelle Zimmerfreimeldung. Wir haben dem Computer nicht getraut und hatten parallel lieber noch eine zweite Kontrolle; wenn man sich das heute mal vorstellt. Hier liegt auch die größte Herausforderung für mich persönlich, nämlich den neuen elektronischen Medien weiterhin Herr zu werden. Und trotzdem gibt es Beständigkeit, die Gabel liegt überall auf der Welt immer noch links und das Messer rechts.“
Reflektiv wird Bodo Sikora dagegen beim Thema Führungscharakter: „Ich glaube nicht, dass ich ein wirklich guter Hoteldirektor war, weil mir die Geduld in einigen Bereichen gefehlt hat. Ein guter Hoteldirektor sollte, wie ich finde, geduldiger sein. Und trotzdem bin ich stolz, dass heute noch viele Kollegen an meiner Seite stehen, die bei mir mal gelernt haben, ob im Leisure Sales oder in der Buchhaltung oder in der Direktion. Ich glaube allgemein, dass es am Wichtigsten ist, dass man als Direktor offen ist,  für die Menschen, die aus aller Welt kommen können, denn anders herum gehen wir ja auch in die weite Welt und üben unseren Beruf aus.“
 

Erfolg durch Vertrauensaufbau: Wer die Mitarbeiter überzeugt, gewinnt auch die Herzen der Gäste

Abschließend wagt der Area Vice President noch einen Ausblick in die Zukunft der GCH Hotel Group in schwierigen Zeiten rund um die Corona-Pandemie. „Das Entscheidende sind unsere Mitarbeiter. Wenn wir als Unternehmen es schaffen, unseren Mitarbeitern zu vermitteln, dass sie uns als Arbeitgeber vertrauen können, dann werden sie das mit Überzeugung an die Gäste weitergeben. Wir müssen es ihnen sagen und sie müssen es spüren, dann werden sie voller Selbstvertrauen auch verunsicherten Gästen gegenübertreten und Vertrauen schaffen.

Ich weiß, dass viele im Unternehmen sehr, sehr hart dafür arbeiten, das Unternehmen auf Kurs zu halten und die Herausforderungen heute größer sind als die bei der Lehman Brothers-Insolvenz 2008. Die Veränderungen und die Verunsicherung werden nachhaltig sein. Ich denke, dass es einige geben wird, die länger darüber nachdenken, wo sie schönen und aber auch sicheren Urlaub machen können. Es wird eine nachhaltige Steigerung der Belegungszahlen im Deutschlandtourismus geben und darauf sollten wir unsere Produkte vorbereiten.“

Zu seiner eigenen Zukunft meint Sikora: „Ich hoffe, dass ich dem Unternehmen noch einige Jahre zur Verfügung stehen werde und wir uns zu DER führenden Hotelmanagementgesellschaft in Europa entwickeln werden. Ich werde immer Teil der Hotellerie sein - gerne noch eine Weile als Kollege, aber ganz sicher immer als Gast.“                                                      

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Redaktion: Jan Möller

                                                                                                                                

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