22.03.2018

SEO in der Hotellerie

Interview mit Marco Janck

Marco Janck ist eine SEO Koryphäe: seit vielen Jahren veranstaltet er Marketing Konferenzen der besonderen Art, bereits seit zehn Jahren gibt es die Campixx in unserem Hotel Müggelsee Berlin. Bei diesen Events stehen eine persönliche Atmosphäre und das Networking im Vordergrund. Über SEO im Allgemeinen, die digitalen Trends für die Hotellerie und mehr Insights durften wir Marco Janck im Vorfeld der Campixx 2018 einige Fragen stellen.

1. Hallo Marco, magst du dich kurz vorstellen und uns sagen, wie du zum Thema SEO gekommen bist?

Hallo, erst einmal. Ich bin nebenberuflich an das Thema SEO gekommen. In meinem „ersten Leben“ war ich Polizist bei einer Spezialeinheit der Berliner Polizei. 1998 gründete ich meine erste Firma und verkaufte kompatibles Druckerzubehör. Diese Firma verkaufte ich 2003 und gründete 2004 die jetzige SEO Agentur SUMAGO. Damals noch als „One-Man Show“. 2011 kündigte ich meinen Job als Polizist und wendete mich vollständig der Agentur zu. Wir sind aktuell eine GmbH mit 10 festen Mitarbeitern.

2. Gibt es den oder die klassischen Fehler die Webseitenbetreiber machen?

Die meisten Webseitenbetreiber sehen ihre Seite als Visitenkarte und machen sich über Inhalte und Strukturen kaum oder wenig Gedanken. Viele können im persönlichen Gespräch viel über ihr Unternehmen, ihre Produkte und ihre USPs erzählen. Wenn man auf die Seite geht, findet man sehr oft nichts davon. Dazu kommt die Tatsache, dass kein Verständnis dafür da ist, dass die Inhalte für Kunden und Suchmaschinen eine Relevanz haben müssen. Bei der Gruppe der Unternehmer, die um die Notwendigkeit von SEO und Onlinemarketing wissen, ist es ganz oft fehlender Mut, Geld für diesen Marketingbereich in die Hand zu nehmen. Ohne Geld läuft in dem Bereich aber inzwischen fast nichts mehr.

3. Gibt es Trends im SEO Bereich die früher gut funktionierten, heute jedoch zu schlechten Ergebnissen führen?          

Der Klassiker ist hier sicherlich, das Linkbuilding. Früher hat hier einfach die Menge an Links gezählt. Heute zählt nur noch die Qualität des Links. Auch die übertriebene Nutzung von Keywords auf Seiten schadet heute erheblich. Google ist in der algorithmischen Bewertung von Inhalten und User-Signalen wirklich radikal besser geworden.

4. Kontinuierliche Veränderung vs. Statischer Content, muss man den Content regelmäßig ändern/überarbeiten?

Eindeutig ja. Google liebt Inhalte, um die sich der Seitenbetreiber kümmert. Google belohnt dieses Arbeiten am Inhalt auch mit besseren Rankings – also einer besseren Platzierung in den Suchergebnissen. Daher sollte es eine angepasste Mischung zwischen Inhalten geben, die ständig optimiert bzw. erweitert werden und neuen Inhalten. Immer auf Basis eines Suchwort-Sets.

5. User Experience vs. Keyword-Dichte, sollte ein Text auf Keywords optimiert sein oder für den Leser unterhaltsam sein?

Wir optimieren Texte im SEO schon lange nicht mehr nach Keywords. Die Optimierungsverfahren sind deutlich komplexer geworden. Ich nenne hier beispielhaft nur WDF*IDF oder Word2vec. Hierbei handelt es sich um wissenschaftliche Methoden um die Nutzung von Keywords zu beurteilen. Im Kern geht es aber darum relevante Inhalte (auch Texte) für Suchmaschinen UND Leser zu erzeugen und zu optimieren.

6. Wo buchst du deinen Urlaub und warum?

Fast nie pauschal. Ich buche fast immer Flüge und Unterkünfte in Eigenregie und im Hotelbereich oft von Tag zu Tag. Ich bin großer Fan von Rundreisen und weiß da immer nicht, wann ich wo bin. Meistens lande ich dann bei Plattformen. Bei mir ist es eine Kombination aus Trivago und Booking. Jeder der sich für Onlinemarketing interessiert, sollte sich diese Plattformen aber unbedingt auch aus Marketing Sicht anschauen. Dort wird das Thema Verknappung und Druckerzeugung massiv gespielt. Da kann man viel lernen.

7. Was erwartest du, wenn du die Page eines Hotels öffnest?

Ein Erlebnis mit klarem Zugang zu Preisen und Verfügbarkeiten. Ich glaube, dass gerade die großen Hotelketten einfach nur ihre Zimmer abverkaufen wollen. Dabei geht es mehr um die Vermittlungsplattformen und Preise als um Kundenbindung. Wenn ich mir da das Hotelgeschäft in den winterlichen Urlaubsregionen ansehe, dann zeigen die wo es hingehen sollte. Diese absolute Abhängigkeit von Vermittlern sehe ich sehr kritisch. 

8. Was denkst du über die langjährigen Trends im Online Marketing? VR? 360°? Drohnen? Big Data?

Die ersten beiden Formate sind schöne und wirkungsvolle Zusätze im Spiel mit Content Marketing Möglichkeiten. Es sind aber nur Bausteine. Das Big Data Thema ist für den Mittelstand fast nicht umsetzbar. Ich würde mich da eher auf das Smart Data Thema fokussieren, also der Umgang mit Daten, die zur Personalisierung geeignet sind.

9. Welche Herausforderungen siehst du für die Zukunft?

Die Kombination aus Markenidentifikation, Aufmerksamkeit, persönlichem Service und Content Marketing/SEO wird die Kombination der Zukunft sein. Der Schlüssel liegt dabei aber eigentlich nicht in den Themen selber, sondern in den Personen, die es in den Unternehmen umsetzen. Die nächste große Schlacht wird auf Thema Human Marketing ausgetragen.   

10. Gibt es etwas, was du allen, die mit SEO in der Hotellerie zu tun haben, mit auf den Weg geben möchtest?

Wie oben schon beschrieben: Ich hoffe auf eine Zukunft mit geringerem Fokus auf den Vermittlungsplattformen und mehr eigene faszinierende Inhalten mit Mehrwert für die Besucher. Da gibt es viele Chancen, weil es kaum einer der Anbieter aktuell macht. Mut ist hier eigentlich das Hauptthema.

Wir danken dir für das Interview und deine Antworten.

Bei der Optimierung der Webseite für eine gute Platzierung bei den Suchmaschinen kommt es auf viel mehr an, als nur auf die richtigen Keywords. Das Verhältnis von Keywords und Lesespaß ist äußerst wichtig geworden. Die Suchalgorithmen sind heute so intelligent geworden, dass nicht nur die Keywords an sich beurteilt werden. Vielmehr ist es das richtige Verhältnis zwischen Keywords, qualitativen Links, regelmäßigen Content Updates und das Feedback der Nutzer das am Ende über Erfolg oder Misserfolg eines Internetauftritts entscheiden.

Redakteur: René Burwiek

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